Fachbibliothek Refraktive Chirurgie · 59

Keratokonus – wenn Lasern verboten ist

Keratoconus – when lasering is off-limits
Deutsch

Der Keratokonus – eine fortschreitende, kegelförmige Verformung der Hornhaut – ist die wichtigste absolute Kontraindikation des konventionellen Augenlaserns: Gewebeabtrag würde die geschwächte Struktur weiter destabilisieren.

Erkennen, bevor es der Patient merkt

Frühformen verursachen oft nur wechselnde Brillenwerte oder zunehmenden, schiefen Astigmatismus. Die Tomographie beider Hornhautflächen samt Epithelkarten entdeckt den Konus lange vor jedem Symptom – genau deshalb ist sie Pflichtbestandteil jeder Lasereignungs-Untersuchung. Jeder auffällige Befund schützt hier ein Auge.

Behandeln statt lasern

Bei nachgewiesener Progression stoppt das korneale Crosslinking (CXL) – UV-Licht plus Riboflavin vernetzt das Kollagen – die Erkrankung in über 90 Prozent zuverlässig. Ich habe dieses Verfahren 2010 als Erster nach Kenia gebracht; es hat dort wie hier unzählige Hornhauttransplantationen überflüssig gemacht.

Und die Sehschärfe?

Formstabile Speziallinsen (RGP/Skleralinsen) liefern meist exzellentes Sehen. In ausgewählten, stabilen Fällen können topographie-gestützte PRK in Kombination mit CXL oder intrakorneale Ringsegmente die Optik verbessern – hochindividuelle Spezialistenentscheidungen. Phake Linsen korrigieren begleitende Myopie, ohne die Hornhaut anzutasten.

English

Keratoconus – progressive cone-shaped corneal deformation – is the key absolute contraindication to conventional lasering: tissue removal would further destabilise the weakened structure.

Early forms often cause only fluctuating prescriptions or increasing oblique astigmatism; tomography of both surfaces plus epithelial maps detects the cone long before symptoms – which is why it is mandatory in every laser work-up.

Treatment: with proven progression, corneal cross-linking (UV light plus riboflavin) reliably halts the disease in over 90% – a procedure I first brought to Kenya in 2010, sparing countless corneal transplants there as here. Vision: rigid/scleral specialty lenses usually deliver excellent acuity; in selected stable cases topography-guided PRK combined with CXL or intracorneal ring segments improve optics – highly individual specialist decisions. Phakic lenses correct accompanying myopia without touching the cornea.